Herzlich Willkommen auf dem BLOG „Neues aus der Flüchtlingsarbeit“ der Gemeindediakonie Lübeck

Der Bereich „Obdach und Asyl“ der Gemeindediakonie Lübeck hat sich dazu entschlossen einen Blog zum Thema Flüchtlingsarbeit zu erstellen. Wir wollen damit eine größere Transparenz über die Betreuung in der Flüchtlingsarbeit in Lübeck erreichen und eine Informationsplattform für alle Menschen sein, die sich für die Themen Zuwanderung, Flucht und Asyl in Lübeck interessieren.

Die Gemeindediakonie Lübeck ist seit 1991 mit der Betreuung und Unterbringung von asylsuchenden Menschen durch die Hansestadt Lübeck beauftragt. Zurzeit betreut die Gemeindediakonie Lübeck über ihren Bereich „Obdach und Asyl“ ca. 1750 asylsuchende Menschen in sogenannten Gemeinschaftsunterkünften (Überbrückungsunterkünfte zur Vermeidung von Obdachlosigkeit) an 38 unterschiedlichen Standorten, die über die gesamte Hansestadt Lübeck verteilt sind.

Zu den Gemeinschaftsunterkünften zählen Wohnungen, Container sowie gewerbliche Gebäude, die für die Unterbringung von asylsuchenden Menschen umgebaut wurden.

Darüber hinaus betreuen die Mitarbeiter der Gemeindediakonie ca. 1000 Menschen, die bereits in eigenem Wohnraum (Mietwohnungen) leben.

Für die Unterbringung und Betreuung setzt die Gemeindediakonie BetreuerInnen und BetreuungsassistentInnen ein. Der Personalschlüssel für die Betreuung in den Gemeinschaftsunterkünften beträgt 1:40, der Schlüssel der Betreuungsassistenten beträgt 1:80. Für die Betreuung in eigenen Wohnungen beträgt der Schlüssel 1:100. Zurzeit beschäftigt die Gemeindediakonie in ihrem Bereich Obdach und Asyl ca. 100 MitarbeiterInnen.

Bevor die asylsuchenden Menschen nach Lübeck kommen, werden sie zunächst in einer Erstaufnahmeeinrichtung des jeweiligen Bundeslandes aufgenommen, wo sie ihren Asylantrag stellen können. Die Erstaufnahmeeinrichtungen in Schleswig-Holstein befinden sich unter anderem in Neumünster. Von dort aus werden die Menschen an die Kommunen weiterverteilt. Die Hansestadt Lübeck, wie alle anderen Kommunen auch, ist für die Unterbringung der Menschen, d.h. für die Vermeidung von Obdachlosigkeit zuständig. Die sogenannte Zuweisungsverfügung liegt dabei bei der Hansestadt Lübeck. Die Gemeindediakonie Lübeck wird durch das Team Flüchtlingsunterbringung beauftragt, diese Menschen in durch die Flüchtlingsunterbringung festgelegten Unterkünften unterzubringen.

Während der Unterbringung unterstützen die MitarbeiterInnen der Gemeindediakonie die Geflüchteten, deren Alltag oft von schwierigen rechtlichen Fragen, wie auch von großen psychischen Belastungen geprägt ist, bei ihren alltäglichen Lebensherausforderungen. Dazu gehört neben der sozialen Betreuung und Beratung der Geflüchteten beispielsweise auch die Eingewöhnung und Orientierung in Lübeck oder die Unterstützung bei erforderlichen Behördenkontakten oder Arztbesuchen. Hierbei wird stets das Ziel der Selbstständigkeit der Geflüchteten verfolgt.

Derzeit betreut die Gemeindediakonie Lübeck Menschen aus 28 verschiedenen Herkunftsstaaten. Die durchschnittliche Verweildauer der momentan 1750 Menschen in den Gemeinschaftsunterkünften beträgt dabei 19 Monate. 73% der 1750 Menschen leben inzwischen länger als 13 Monate in den Gemeinschaftsunterkünften. Rund 56% der Betroffenen sogar länger als 18 Monate und es ist in Anbetracht der prekären Wohnsituation in Lübeck zu erwarten, dass diese zukünftig auch weiter steigen wird. Dies stellt die Geflüchteten vor große Herausforderungen, da die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften die Privatsphäre der Menschen stets einschränkt, ihre psychische Situation zusätzlich belastet und ihre Möglichkeiten, beispielsweise zum Lernen oder zur Pflege von sozialen Kontakten deutlich erschwert.

Auch um von diesen Problemen zu berichten und die kleinen und die großen, die fröhlichen aber auch die traurigen Geschichten aus dem Alltag der Flüchtlingsarbeit in Lübeck zu erzählen, haben wir diesen Blog gestaltet und freuen uns über ihr Interesse.